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Circe von Madeline Miller | Rezension

Circe von Madeline Miller | Rezension

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung.

Dieses Buch war mein erstes im August, ein Leseexemplar, dessen Ruf ich nicht mehr überhören konnte (dabei wollte ich es in einer Leserunde lesen).

“Circe” |Madeline Miller| Eisele Verlag

Circe ist Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Vor allem aber ist Circe eine leidenschaftliche Frau: Liebe, Freundschaft, Rivalität, Angst, Zorn und Sehnsucht begleiten sie, als sie Daidalos, dem Minotauros, dem Ungeheuer Scylla, der tragischen Medea, dem klugen Odysseus und schließlich auch der geheimnisvollen Penelope begegnet. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat. Quelle: Verlagsseite

Dank der Ich – Perspektive hatte ich das Gefühl, Circes Leben hautnah zu verfolgen. Es hat sie menschlicher gemacht, nicht glatt wie ein Gott. Doch das erfahrt ihr dann selbst. Weder zu schlicht, noch zu komplex: ein flüssiger Schreibstil, der nach “mehr” schreit. Kann auch gut sein, dass Frauke Brodd nicht ganz unschuldig ist.

Personen

Definitiv unsympathisch. Das ist es, was mir zu so ziemlich jeden anderen Gott einfällt.

“Könnte es eine schlimmere Bestrafung geben, so dachte meine Familie, als um ihre göttliche Gegenwart gebracht zu werden?” (S. 103)

Doch es ist nun einmal wesenstypisch, dass sie sich über alles andere stellen und ziemlich glatte plus egoistische Züge besitzen. Mächtige Gewalten. Circe dagegen?

Sie hat für mich Heldenpotential. Als Leser darf man sie ab ihrer Kindheit begleiten. Erlebt, wie sie verstoßen wird und dadurch sich selbst erst findet. All das Leid, die Entwicklung von Wissen, Gewissen und Gefühlen.

Circe ist ein feministisches Werk über eine Frau, die erst durch Einsamkeit ihre Unabhängigkeit erlangen und ihr eigenes Potential entdecken kann.

“…in Wahrheit hätte ich mich wohl weiter so treiben lassen, in dem Glauben, dass es nichts anderes gab als diese dumpfe Elend, bis ans Ende aller Tage.” (S.20)

Emotion

Ich hätte stellenweise (so ziemlich? – ) jeden einzelnen außer Circe (?) erwürgen können. Wieso, warum würde Spoiler bedeuten. Wir dürfen Circe bei ihren Höhen und Tiefen begleiten. Hautnah, mit einigen abenteuerlichen Szenen, die Mythen und Leben mit sich bringen.

Dass sie so sehr eins mit der Natur ist, hat mir natürlich auch besonders gefallen!

Idee

Anfangs waren es mir für mich als Laien zu viele Götter, . Doch der Moment ging schnell vorbei. Es zeigt sich, dass die Autorin genau das richtige Maß an Göttlichkeit gewählt hat. Um zu wissen, was Madelines eigene Ideen waren, müsste ich mehr mit den Mythen vertraut sein. Die Insel ist als Symbol für Einsamkeit sehr passend. Ich sollte wohl wirklich die Odyssee lesen, um an dieser Stelle nicht alle zu verwirren. Auf jeden Fall finde ich es klasse, dass eine Nymphe so viel Macht erlangen konnte.

“Ich betrachtete meinen nackten Körper im Schein des Feuers und versuchte, mir vorzustellen, wie er aussehe, wenn meine Geschichte in ihn eingeschrieben wäre…. Ich war eine goldene Hexe ohne Vergangenheit.” (S. 279)

Fazit

Dieses Buch gibt einen empathischen Einblick in das Leben einer Frau – weder Mensch, noch richtige Göttin. Sie erkämpft sich ihren Platz in Leben und Schöpfung, trotz aller Widerstände. Berührend und inspirierend!

Empfehlenswert: Podcast “Shakespeare&Company – Lesung mit Madeline Miller” (englisch)

Tschüß und macht’s gut! :))

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