Thema: Trauer | #Mut zur Nische

Hallo ihr Lieben!

Nadja von Bookwormdreamers hat sich gestern mit dem Thema “Amnesie” beschäftigt, passend zum Buch

“Als das Leben mich aufgab” von Ney Sceatcher im Zeilengold Verlag.

Heute bin ich dran. Ich beschäftige mich mit einem etwas ernsteren Thema – aber ihr werdet schon sehen.

Wir sind sterblich. Das ist eine Tatsache, die uns allen bewusst ist. In der Regel haben wir den Tod aber nicht ständig vor Augen. Wir meistern unseren Alltag, machen Zukunftspläne, lieben und leben.
Wenn dann ein geliebter Mensch verstirbt, ist die Trauer groß.

Es ist schwer, mit dem Verlust umzugehen.

Heute möchte ich mit euch über dieses Thema sprechen.
Als Anlass nehme ich das Buch “Als das Leben mich aufgab”, das ich im Rahmen der Aktion “Mut zur Nische” gelesen habe.

Trauer in meinem Leben


Ich finde, dass man am besten über ein Thema sprechen kann, wenn man es selbst erlebt hat. In meiner Kindheit und Jugend habe ich Großeltern (außer meinen Opa), geliebte Haustiere und Bekannte verloren. Natürlich habe ich geweint und wollte auch nicht loslassen.

Doch irgendwann sind die Wunden verheilt.

2016 dann ist meine Patentante verstorben. Ganz plötzlich. Sie war so etwas wie eine zweite Mutter für mich. Ein fester Pfeiler im Dorf: sie hat jedem geholfen, wo sie konnte. Sie war gefühlt immer da.
Wir haben alle nicht erwartet, dass sie sterben würde. Sie war erst Anfang 60. Der Gedanke an ihren Tod war für uns alle sehr fern.

Und dann war sie plötzlich…weg.

Es ist an einem Donnerstagabend passiert. Ein Regenbogen stand am Himmel, es war ein lauer Sommerabend. Ich bin von der Bücherei heimgekommen, meine Schwägerin ist auf der Straße auf- und abgelaufen, mein Neffe in ihren Armen. Sie wirkte unruhig, anders. Ich habe gefragt, was los sei. Sie ging nicht direkt darauf ein. Ich sollte zu der Mutter meiner Patentante gehen. Es wäre etwas passiert.

Ich bin gerannt.
Schnell, schneller.
So schnell mich meine Füße tragen konnten.
Dann, etwas atemlos, war ich da.
Sie waren alle in der Küche. Verteilt auf der Eckbank, mitten im Raum. Ich habe am Anfang nicht verstanden. Irgendwas mit Krankenwagen, Krankenhaus, zusammengebrochen.

Sie haben alle darüber gesprochen, was passiert ist. Dass sie es nicht erwartet hätten. Wieso sie denn nichts gesagt hätte. Unglauben, Verwirrtheit – ratlos.
Selbst die befreundetete Hausärztin.
Dann ist ihr Cousin raus aus der Küche. Telefonieren.
“…ist heute verstorben…”

Eine Welt brach für mich zusammen.
Erst da verstand ich. Und auch nicht. Wie? Was? Warum?

Meine Patentante ist im Sommer 2016 verstorben.
Das Dorf hat noch lange darüber gesprochen, ihre demente Mutter wartet noch heute täglich auf sie.
Trauerbewältigung? Für mich war es sehr schwer.

Eine der wunderschönen Zeichnungen im Buch





Wie mit Trauer umgehen?

Jeder Mensch geht anders mit Trauer um.
Denn jeder ist natürlich anders.
Fühlt anders.
Geht mit seinen Gefühlen anders um.

Die einen verdrängen es gerne. Andere setzen sich intensiv mit den Gefühlen auseinander.

Auch das geht auf verschiedene Weise. Zum Beispiel, indem man mit anderen Betroffenen spricht.

Vielen hilft auch schon die Trauerfeier im Prozess des Verarbeitens.

Manchmal ist es auch empfehlenswert, professionelle Hilfe einzuholen.

Es gibt leider kein Patentrezept. Ich werde euch unten noch ein paar Stellen verlinken.

In dem Buch “als das Leben mich aufgab” spielen Briefe eine wichtige Rolle. Mir persönlich hat es sehr geholfen, Briefe an meine Oma zu schreiben, als diese vor einer richtigen Aussprache verstorben ist.
Oder auch das Bild mit Kerze für meine mir damals sehr wichtigen Katze.
Einfach “nur” das Grab besuchen. Und viel weinen.

Ich halte nichts davon, wenn man die Gefühle im Verschlossenen lässt. Ablenken kann man sich danach immer noch. Es kostet viel Überwindung sich zu öffnen, doch es ist wichtig.


So blöd sich anhört, aber wir bekommen das Leben zum Preis des Todes geschenkt. 
Und unsere Aufgabe ist es, daraus etwas zu machen. 

Wenn geliebte Menschen/Tiere sterben, dann ist das trotz allem schmerzhaft. Diesen Schmerz sollte man zulassen, damit man sein Leben weiterleben kann. Die Person ist ein Teil vom eigenen Lebensweg gewesen und wird auch ein Teil der Zukunft sein. Denn sie beeinflusst weiterhin mit all dem, was sie hinterlassen hat.

Manchmal hilft es auch “nur”, seine Trauer zu verstehen. Dafür gibt es auch einige Bücher. Könnt ihr welche empfehlen? Also ich damals in Ausbildung und Seminaren das Thema durchgenommen habe, sind ein paar Themen gefallen. Ganz bekannt sind die Sterbephasen nach der amerikanischen Ärztin und Sterbeforscherin Elisabeth Kübler- Ross. Während sie die Trauer in fünf Phasen unterteilt, sind es nach Verena Kast vier Trauerphasen.

HILFE
-örtliches Krankenhaus
-Pfarrer des Vertrauens
-Psychologen (am besten eigene Krankenkasse fragen, die haben Listen)

Diese Stellen können einen auch zu der geeigneten Seelsorge weiterleiten.

Ich hoffe, ich habe euch mit diesem Thema nicht all zu sehr runtergezogen?
Morgen erzählt euch übrigens Daniela von 
Buchvogel
etwas über Lektionen 🙂 



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2 Kommentare bei „Thema: Trauer | #Mut zur Nische“

  1. Liebe Sara,
    ich selbst musste das noch nicht erleben und bin dankbar dafür. Meine Uroma starb damals als ich 13 Jahre alt war aber mich hat das nicht so sehr bewegt weil der Kontakt sehr wenig war. Natürlich war es traurig und wir waren auch bei der Trauerfeier (was ich als absolut furchbares Ereignis im Kopf habe), aber es tat nicht weh. Sie war auch schon 92, hat ihr Leben gelebt und ist eingeschlafen.
    Ein guter Tod denke ich.

    Das Buch wandert auf meine Wunschliste. Aber ob ich es jemals kaufen und lesen werde? Es ist ja eben doch ein großes Thema und es belastet einen und ich bin seit fast 6 Jahren Mama, mich beschäftigt das noch auf einer anderen Ebene.
    Man denkt schon generell öfter an den Tod wenn man älter wird.

    Ich bin alt xD xoxo nessi (was für ein seltsamer eintrag)

    1. Hey!

      Das ist "schön", dass deine Uroma einen "guten Tod" hatte! <3 Also ich würde es aber auch so bezeichnen. Trauerfeiern sind immer sehr seltsam. Es liegt die Trauer in der Luft, man versucht sich aber davon abzulenken, … ach – ich weiß gar nicht mehr wirklich, wie diese Feiern sind. Verdränge sie immer.

      Verstehe, dass du zögerst, es zu kaufen! Also das hört sich jetzt noch seltsamer an: aber ich denke seit ich denken kann über den Tod nach (also nicht im wörtlichen Sinne). Um so älter ich werde, um so weniger denke ich über den Tod nach (also ist es bei mir gerade anders herum). Woran das liegt? Darüber könnte ich noch einmal einen Beitrag schreiben. xD

      Ich bin nicht alt. Gehöre zu der Jugend. Hat mir heute ein Autor gesagt. Der weiß aber auch nicht, dass ich nächstes Jahr 30 werde. 😀
      Eintrag? Welcher Eintrag?
      Wünsch dir einen schönen Abend! Sara :*

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