“Lieber Daddy Long Legs” von Jean Webster Leseexemplar

 

 

 

Ich habe mir vor kurzem “Lieber Feind” der oben genannten Autorin gekauft. Blöd nur, dass es der zweite Band ist. Um so dankbarer bin ich da natürlich der lieben Vertreterin, dass sie mir “Lieber Daddy Long Legs” auf Anfrage in “meine” Filiale geschickt hat.

Höchstwahrscheinlich habt ihr schon etwas von dem Buch gehört.  Also außer von mir in meinem Lesemonat. Ich verlinke euch unten ein paar Rezensionen!

Kurze Informationen zum Buch:

“Lieber Daddy Long Legs von Jean Webster | Königskinder | Seiten: 256 | 978-3-551-56044-5

Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, Judy soll ihm aber jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben. Voller Begeisterung stürzt sich Judy in dieses unbekannte Leben. Mehr als einmal im Monat schreibt sie „Mr Smith“, denn sie hat ja sonst niemanden auf der Welt, mit dem sie ihre Erlebnisse teilen kann. Briefe voller Witz, über Hüte und Literatur, über neue Freundschaften und immer öfter auch über den sympathischen Jervis Pendleton.  Quelle: Carlsen

 

Was passt mehr zu einem Briefroman, als ein Brief?

 

Lieber Daddy Long Legs, 

ich habe gerade das Buch beendet. Oder soll ich lieber sagen “den Briefverkehr zwischen Judy und Ihnen”? Euer Austausch hat mir ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert. Und viel mehr noch: am Ende sind sogar ein paar Tränchen geflossen. Bei mir, die normalerweise bei Büchern nie nah am Wasser gebaut ist. 

Wie Sie wissen, besteht das ganze Buch nur aus Briefen. Wenn auch Ihre Handschrift nicht die schönste sein soll, weiß ich sonst nicht all zu viel aus Ihren Briefen. Nur aus zweiter Hand. Der von Jerusha Abbott. Da sie diesen Namen bekanntlicherweise hasst, bleiben wir doch lieber bei “Judy”. Sie hat mich und bestimmt auch viele andere an ihrem Weg teilhaben lassen. 

 

Angefangen von ihrem Auszug aus dem Waisenhaus, um dank Ihnen an die Universität zu gehen. Obwohl Sie ja eigentlich lieber Jungs bevorzugen…

Falls das noch jemand anderes außer Ihnen liest, sollte ich wohl einwenden, dass Sie Treuhänder sind. Und dazu nicht gerade ein unbedeutender. Treuhänder des John-Grier-Heims (besagtes Waisenhaus). Und so auch von Judy. Aber das habe ich ja schon erwähnt. Sie haben sie dazu gebracht, Schriftstellerin werden zu wollen. 

Dass Sie ihr das ermöglichen wollten, wusste sie natürlich sehr zu schätzen. Trotzdem blieb sie immer ehrlich zu Ihnen. Vielleicht wussten Sie ja das an ihr zu schätzen? Sie versteckte jedenfalls ihre Gefühle keinesfalls, sondern ließ sie zum Beispiel auch mal ihren Zorn spüren. Auch, wenn sie schnell Reue zeigte. Eine sehr sympathische und inspirierende Person, die mit lebendiger Leichtigkeit den Füller zu schwingen weiß. An dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass ihre entzückenden Skizzen und die doch sehr kurzen Briefe/Kapitel mein Lesevergnügen steigern ließen.

 

Obwohl Sie anfangs nur wollten, dass sie von ihren Bildungsfortschritten berichtet, wollte sie “Daddy Long Legs” (also Sie…und wohl auch alle anderen Leser der Briefe…) an ihrem Leben teilhaben lassen.

Freundschaften, Bildung und Bauernhof. Ich möchte da gar nicht in’s Detail gehen. Wie unschön wäre es denn, wenn all jene, die davon noch nichts wissen, dies alles nur durch meine Hand erfahren würden? Nein, da lassen wir lieber einer anderen Person den Vortritt. Jean Webster hat sich dazu bereit erklärt. Allerliebst! Und dann auch noch diese wunderschöne Aufmachung mit Blumen und Ihrem Schatten, was ich auf jeden Fall den vorherigen Auflagen vorziehe!

Judy ist auf jeden Fall eine beachtliche junge Frau. Intelligent, stolz und mit viel Herz. Doch wem sage ich das…?

 

Bevor ich noch zu viel verrate, verbleibe ich

mit hochachtungsvollen Grüßen,

Sara Merzo

 

 

Wenn das eine Rezension wäre, würde ich wohl noch ein Fazit hinzufügen. Dass es eine Geschichte für die Seele ist. Romantisch, abwechslungsreich (trotz des einseitigen Briefverkehrs) und wirklich etwas besonderes. Vielleicht liegt es ja auch an der Sprache, die von der damaligen Zeit – erstmals erschienen 1912 – geprägt sein kann. Ich würde sie ja als “blumig” bezeichnen. Man gewöhnt sich schnell an sie und saugt sie dann auf. Ein wirklich flüssiger Schreibstil!

Also jedenfalls würde ich wohl so etwas ähnliches schreiben. Und als “Herzensbuch” würde ich es wohl auch bezeichnen.

Doch dies hier ist ja keine Rezension.

 

Dafür könnt ihr aber gerne hier vorbeischauen:

Lesestunden

Trallafittibooks

Bibliohilie Hermine

 

Und natürlich gibt es noch so viele andere, die diesem Buch mindestens ansatzweise gerecht werden. Das meiste ist durch sie schon gesagt.

Aus diesem Grund ziehe ich mich jetzt zurück. “Mein lieber Feind” will gelesen werden…

 

In der Zeit könnt ihr ja gerne meinen letzten Beitrag lesen, falls ihr ihn noch nicht kennt – macht’s gut!

 

Teile diesen Beitrag
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar