“Frühstück mit Elefanten” von Gesa Neitzel *Werbung *nichtgesponsert

Hallo alle miteinander!

Wie ihr vielleicht wisst, sind mir Natur und Tiere sehr wichtig. Zusätzlich habe ich auch die ein oder andere besondere Erfahrung mit ihnen gemacht. Ringelnatter in der Buchhandlung eingefangen, Enten aus einem Kanal gerettet (alleine und es war einen dumme Aktion, weil man da ersticken kann) und man darf vielleicht auch nicht vergessen, dass ich mit Ziegen, Pferden, Lamas und vielem mehr aufgewachsen bin.

Also habe ich mich grundsätzlich für das Thema des Buches interessiert.

 

Kurz vorweg…

Als Rangerin in Afrika? So lautet der Untertitel. Das Fragezeichen habe ich dazugesetzt. Da ich es mir vor diesem Buch weder vorstellen konnte, diesen Job wahrzunehmen – geschweige denn, was überhaupt dahinter steckt. War das nach dem Lesen anders?

 

Afrika…?

Doch Schweigen wollen wir nicht. Gesa Neitzel hat ihre Stimme eingesetzt. Für Afrika, die Wildtiere und ihr Debüt als Autorin. Letzteres gelungen?

Wollen wir doch mal die Fragezeichen verschwinden lassen. Als Rangerin in Afrika! Ein Ziel, das sich Gesa mit

Ich will lernen, mit wilden Tieren zu leben und mich wieder an meine Instinkte erinnern. Ich will herausfinden, woraus ich gemacht bin. (S.17)

gesetzt hat.

 

Ich war genervt. Wieso muss es eigentlich Afrika sein? Sie fliegt gefühlt an’s Ende der Welt, um in die Natur zu kommen? Erreicht man ein entschleunigtes Leben nur mit dem Flugzeug?

Laut Mitvergnuegen.com gibt es  29 Revierförstereien, welche sich auf vier große Forstämter mit 29.000 Hektar Wald in Berlin und Brandenburg verteilen. Sollte sie nicht erst einmal da anfangen, bevor sie als vollkommener Greenhorn in Busch, Savanne und Wüste Unterschlupf findet? 

Kleiner Nachtrag: auch Deutschlands Natur muss geschützt werden. Angefangen bei den Kranichen (am Himmel) und Rohrdommel (Balzruf der Männchen: hier), dessen Lebensraum (Teufelsmoor) gerade unklar ist (steht zum Verkauf…) über Insektenbeobachtung bis hin zum Vogelsterben. Wer helfen will, kann gerne hier vorbeischauen: Nabu

Auf Seite 245 nimmt sie bei der Rückkehr der Elefanten den Vergleich zu den Wölfen in Deutschland. Das fand ich klasse!

 

Afrika…!

Doch Deutschland ist nicht Afrika, Wölfe sind keine Impalas (die Antilope, nicht Deans Auto) und “Frühstück mit Wildschweinen” lässt den Leuten höchstens das Wasser im Mund verlaufen. 

Es war vielleicht die Sehnsucht nach der Fremde, dem Kontrast und das Abenteuer. Eins kann ich schon vorweg nehmen: ein Leseabenteuer war es auf jeden Fall!

Schaut euch ihre Fotos und Videos an – spätestens diese lassen übrigens keinen Zweifel daran, dass es Afrika sein musste!

 

 

Über die Autorin

Gesa Neitzel wagt sich von Berlin in den Busch. Ihr Ziel: die Ausbildung zur Safari-Rangerin in Afrika. Das bedeutet fast ein Jahr in einfachen Zeltlagern. Ohne Internet, ohne Badezimmer, ohne Türen — dafür aber mit Zebras, Erdferkeln und Skorpionen. Die Ausbildungsinhalte bestehen aus Fährtenlesen, Überlebenstraining, Schießübungen. Wie schlägt sich eine junge Frau in dieser fremden Welt? Kann sie sich auf ihre Instinkte verlassen? Funktionieren die eigentlich noch? Sie erzählt von atemberaubenden Begegnungen mit Elefanten und Löwen, vom Barfußlaufen durch die Savanne, von langen Nächten unterm Sternenhimmel — und von einem Leben, das endlich richtig beginnt.

Hier geht es zur Quelle und Verlagsseite: Ullstein

Hier könnt ihr es kaufen: Buchhandlung finden (liefern übrigens auch)

 

Jetzt aber zu meiner Meinung und ähnlichem…

…schließlich soll das ja eine Rezension sein. Oder so.

Wie findet ihr diese Art von Buchbesprechung?

 

 

“Frühstück mit Elefanten” | Gesa Neitzel | Ullstein | 368 Seiten | 978-3864930300

 

Schreibstil

Es ist kein Roman. Und trotzdem liest es sich so. Gesa zeigt uns keinen sachlichen Einblick in den pfadfinderähnlichen Kurs. Pfadfinder? In Uniform “…on the highway to hill” singen und alle Zeit bereit sein, während die Affen mit Kokosnüssen werfen?

Kein annähernd treffender Vergleich – da mir aber kein anderer einfällt, nehme ich mal den aus dem Buch. Und ja, vielleicht hätte ich die Affen lieber mit etwas anderen werfen lassen sollen. Baobab zum Beispiel.

 

Übrigens gibt es in Deutschland auch Naturführer (meine Mutter hat selbst diesen Kurs absolviert). Aber auch diese könnte man natürlich nicht auf Afrika loslassen. Die deutschen Naturführer UND meine Mutter.

Es ist jedenfalls auch kein dem Tagebuch entsprunger Reisebericht. Vielmehr ist es eine Mischung aus allem. Nur unverfälscht (glaube ich). In 31 Kapiteln durch Afrika – was bei ihr ein Jahr gedauert hat, waren bei mir wenige Stunden auf eine Woche verteilt. Und ich habe sie gerne dort verbracht.

Ich mag den Aufbau des Buches. Angefangen mit der Afrikakarte in den Klappen über die lockere Schilderung der Erlebnisse bis zu den Bildern. Wobei ich diese doch lieber bei dem jeweiligen Kapitel gesehen hätte.

Das ist aber auch das einzige, was ich kritisieren könnte. Dabei gehört das nicht einmal zum Schreibstil dazu.

Ab und zu …und häufig gibt es ein paar Auszüge aus dem Privatleben, immer mit dem Blick auf die Reise, die ich als Leser nah und trotzdem sicher erleben durfte. Die Sicherheit ist übrigens das Stichwort!

 

Emotionen

Und doch bin ich nach wie vor hin- und hergerissen zwischen meinem alten und meinem neuen Ich.

(S.127)

Gesa ist dem Ruf der Wildnis gefolgt und hat wagemutig ihr sicheres Städteleben hinter sich gelesen – wenn auch (vorerst?) für eine begrenzte Zeit.

Auch wenn ich mich wiederhole: ich fand es teilweise aufregend wie einen Roman. Doch genau das ist tatsächlich ihr Leben, wovon wir uns z.B. auf ihrem Blog Wonderful Wild   oder auf SafariFrank überzeugen können. Besonders letzteres könnte übrigens für diejenigen interessant sein, die nach dem Buch im Reisefieber sind – also da sag ich nur Lesen auf eigene Gefahr!

 

Auf Seite 125 stoßen sie zum Beispiel auf aufgebrachte Elefanten, mit denen natürlich nicht zu spaßen ist. Ebenso aber auch nicht mit allen anderen der Big 5.

Bei jeden der Begegnungen wollte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen.

 

 

Es nimmt einen nämlich definitiv mit. Dazu noch die ganzen Social Media Beiträge und man hat das Gefühl, dabei zu sein. Als die Elefanten das Camp besuchen, die Aufregung in der Nacht des Sturms….ach ja: schaut euch unbedingt ihre Safari Sundays an. Ich habe gerade Fruit Bats kennengelernt. Wir haben hier nur ….ich weiß es nicht…fliegt über unseren Hof immer der große Abendsegler? So groß sind die gar nicht. Ach, das überlasse ich heute alles der Gesa.

 

Das Rangerleben ist übrigens auch kein Zuckerschlecken. Wollte ich nur mal erwähnen. Davon kann man sich innerhalb der 361 Seiten auch überzeugen lassen.

Es ist aber auch nicht nur harte Arbeit, sondern Gesas Berufung.

Während sie vor dem Abflug Rolf Zuckowskis Vogelhochzeit zur Benennung der Vogelarten benötigt hat, könnte sie mittlerweile fast über die gesamte Tierwelt Afrikas zwitschern. Ganz besonders angetan haben es ihr die Elefanten.

 

Wusstet ihr, dass sich Elefanten und Giraffen womöglich ebenso wie Wale über Infraschall verständigen? (S.121)

Die Autorin hat so vieles geschrieben, dass ich noch nicht wusste.

Wie Elefanten umeinander trauen wusste ich zwar dagegen schon, doch solche Momente in diesem Buch haben mich doch sehr berührt.

 

 

Charakter

Wenn die Menschen auf Gesas afrikanischen Lebensweg eines haben, dann Charakter!

Die gute Seele Old Mattias, die empathische Biff, “die wandelnde Enzyklopädie” James und so viele andere – sie alle haben Gesa vielleicht mehr beigebracht, als es allein Bücher könnten und ganz bestimmt aber wichtige Rollen in ihrem Leben gespielt.

Schon komisch, wir alle spielen die Hauptrollen in unserem eigenen Leben, aber was wir bei all den eigenen Gedanken und Problemen allzu oft vergessen, ist die Tatsache, dass wir außerdem jene Menge Nebenrollen im Leben der anderen spielen. (S.197)

Sie haben aber auch alle den Spiegel-Bestseller bereichert. Vielleicht auch erst diese Auszeichnung möglich gemacht. Wenn ich auch die ganzen tierischen Begnungen sehr interessant fand.

Ich beneide Gesa um all die von ihr beschriebenen Erfahrungen und freue mich, sie wenigstens aus zweiter Hand erlebt zu haben!

Und hiermit will ich noch einmal zu einem sehr inspirierenden Charakter kommen. Gesa selbst. Was beim mir am Anfang des Buches bei mir zu Augenrollen geführt hat, erntet mittlerweile meinen tiefen Respekt. Sie ist zwar mit einer richtigen “Blauäugigkeit” (ihre Worte) auf ihren Weg gehüpft, konnte dadurch aber auch von 0 auf 100 durchstarten.

Wie viele Dinge habe ich nie probiert, weil ich dachte, dass ich es nicht können würde und/oder mir das Wissen fehlt. Dabei kann man aber auch wie z.B. die Berlinerin es “einfach machen” und lernen.

Wer sich nach der Lektüre nicht mit dem Reisefieber anstecken lassen hat, dann vielleicht mit der Stärke und dem Mut der Autorin. 

 

Die anderen zu Wort kommen lassen:

 

So und jetzt, da ich mich nicht mehr in meiner eigenen Meinung für diesen Beitrag beeinflussen lassen kann, will ich doch einmal wissen, was andere zu dem Buch schreiben & natürlich auch, was Gesa selbst noch alles zu erzählen hat!

 

Andere Meinungen

Dunkelbunt

Beautiful Butterflies

Jules Ecke

Ivy Booknerd

Nuts and Blueberries

 

Gesa in den Medien

RadioBremen 

Wonderful Wild (ihr Youtubekanal – ach du meine Güte, hab ich/haben wir da noch viel zu sehen!)

Laura Malina Seiler (besonderes Augenmerk liegt hier auf der Inspiration)

Hannover Airport

Spiegel (Bericht)

 

Wahnsinn, dass ich erst jetzt auf das Buch gestoßen bin! Vielen Dank an dieser Stelle an meine Kollegin, dass sie das Buch in den Laden gebracht hat und an den Ullsteinverlag, dass er mir das Buch zur Verfügung gestellt hat!

 

So, das hat mal wieder richtig Spaß gemacht. Wenn es auch nicht gerade innerhalb von wenigen Minuten erledigt ist, liebe ich solche Beiträge. Mal etwas mehr Kraft reinstecken.

Besonders Herzensbücher verlangen nach mehr Zuwendung. Dieses Buch ist ein solches.

 

Bis demnächst,

eure Sara

 

Teile diesen Beitrag
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar