“Ein Baum wächst in Brooklyn” von Betty Smith | Rezension


Hallo ihr Lieben! 

Es gibt bestimmte Bücher, die man gerne an einem Stück lesen will. Das folgende Buch ist auch so eines. Die Geschichte hat Autoren wie Harper Lee inspiriert; geschrieben wurde sie in den 40ern des letzten Jahrhunderts. Als dann eine neue Übersetzung rauskam, musste ich das Werk unbedingt lesen. Wahrscheinlich werde ich mit meiner Rezension der Geschichte nicht wirklich gerecht (es wurde sogar 1944 für den Pulitzerpreis nominiert); doch darum geht es nicht.
Ich möchte euch nur dieses Buch zeigen & mitteilen, wie ich es fand…

There are some books you want to read in one sitting. Like the book that I’will show you.


Francie ist ein kleines Mädchen in einer großen Stadt. Brooklyn, Anfang des 20. Jahrhunderts.
Noch bevor sich der erste Weltkrieg anbahnt, 
erlebt das Kind irisch/österreichischer Migranten, wie es ist, 
unter ärmlichen Verhältnissen aufzuwachsen. 
Ihre Welt ist das Lesen und Beobachten. 
So erlebt sie alles auf andere Weise. 
Intensiver.
Doch sie will mehr vom Leben. 
Trotz ihrer Herkunft greift sie auch nach scheinbar unerreichbaren Möglichkeiten. 
Vielleicht wird sie so eines Tages Schriftstellerin?

Charaktere

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kleines Mädchen, 
das Bücher mag und viel vom Leben wissen wollte. Doch das ist noch lange nicht alles.
Jede wichtige Figur und seine jeweilige Verbindung zu dem Mädchen wird geschildert. 
Und das alles, ohne zu viel zu erzählen. Nicht zu viel bei über 600 Seiten?



Genau so meine ich es. 
Also wie ich schon sagte, steht im Mittelpunkt der Geschichte ein kleines Mädchen, 
das Bücher mag und viel vom Leben wissen wollte.



Francie, eine Brooklynerin (?) mit Herz und Verstand. 
Fangen wir doch mit ihrer Leidenschaft zum Lesen an. 

Am Liebsten las sie Bücher aus der Bücherei, von A bis Z. 
Natürlich auch die Bibel und Shakespeares Werke, 
schließlich hatten diese einen wichtigen Platz in ihrer Kindheit.

Doch ich muss euch von dem Tag erzählen, an dem sie wirklich selbstständig lesen konnte. 
Die Freude, als sie merkte, dass sie es konnte!



“Von da an gehörte ihr mit dem Lesen die Welt.” (S.211)



Da hat sie dann Pläne geschmiedet und es hat so vieles für sie verändert.
Aus der Sicht eines Kindes vollkommen verständlich. 
Besonders, wenn ihr ihre Hintergrundgeschichte kennt. 
Vielleicht sollte ich damit weiter machen.



Francie war ein vollkommenes Papakind. Sie verehrte ihn. Doch nicht nur sie.



“Ja, jeder mochte Johnny Nolan. Er war ein schöner Sänger schöner Lieder (…). Er war noch fröhlich und jung, und er sah gut aus. Seine Frau hatte sich nicht verbittert gegen ihn gewandt, und seine Kinder wussten nicht, dass sie sich seiner eigentlich schämen müssten. (S.46)”



Ihr fragt euch vielleicht, was dahinter steckt. 
Wieso schämen und wieso wird sich seine Frau gegen ihn wenden? 
Was die darauffolgenden Jahren geschehen ist, müsst ihr tatsächlich schon selbst lesen. 
Aber eines darf ich euch bestimmt noch verraten: er konnte die Finger nicht vom Alkohol 
lassen.



“Ich trinke, weil ich keine Chance hab und das ganz genau weiß.” (S.47)
Klingt das nicht schrecklich? Doch es gab ja auch noch die Mutter. 
Francie hat nie einen wirklichen Draht zu ihr bekommen. 
Wie sehr ihre Mutter alles für die Familie gegeben und welche kreative Mittel sie 
eingesetzt hat, hat mich beeindruckt.


Schreibstil

Es schadet nicht, wenn man als Leser selbst in Bücher verliebt ist und im Leben gerne zwei Mal hinschaut. Denn die Geschichte sprüht voller Details und klugen Aussagen, die ich mir schon teilweise rausgeschrieben habe.
Der Satzbau – oder ist es die Wortwahl? – ist für mich gewöhnungsbedürftig gewesen. Normalerweise lese ich doch eher leichtere Werke. Und man muss ja auch bedenken, dass Betty Smith das Buch nicht gerade gestern geschrieben hat. 
Klar, es ist neu übersetzt worden…

Ab und zu sind Liedtexte eingebaut. Gab es schon andere Autoren vor ihr, die das gemacht haben? Oder war sie sogar die “Erfinderin” dessen?

Ich habe mir sehr viele Stellen markiert, weil die Sprache meine Leseseele wie Öl umschmeichelt hat.


“Von da an gehörte ihr mit dem Lesen die Welt. Nie wieder würde sie einsam sein, nie mehr würden ihr vertraute Freundinnen fehlen. Die Bücher wurden ihre Freundinnen, und für jede Stimmung gab es eines.” (S.211)
So schön, diese Worte auch sind – sie zeugen von Einsamkeit und Sehnsucht. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt…

Gefühl


Oprah Winfrey hat mal gesagt, dass das Buch, welches sie in ihrer Kindheit/Jugend am meisten berührt hat, genau dieses Buch war, 
um das es heute geht. Kein Wunder – steckt es doch voller Emotionen, 
Ereignisse zum Nachdenken, Familiendinge und auch Bildung. 
Kurzum: es geht um das Leben selbst.

“Das Traurige lag in dem Wissen, dass ihre ganze Dreistigkeit zu nichts auf der Welt führen würde und dass sie so verloren waren, wie alle Freunde in Brooklyn verloren wirken…” (S.151)

Obwohl das Buch vor mehr als einem halben Jahrhundert geschrieben und vor einem Jahrhundert spielt (gilt “spielt” auch bei Büchern?), ist es brandaktuell.
Im Mittelpunkt: Migration, Armut, Bildung, Zusammengehörigkeit, Selbstverwirklichung, Krieg, Tod und Liebe. All diese Themen werden wohl immer wichtig sein. Die Art und Weise, wie die meisten der Familie kämpfen und leben, finde ich sehr inspirierend!


Dieses Buch möchte ich nie wieder hergeben. 
Es steckt so voller Leben und wird seinem Ruf definitiv gerecht!

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2 Kommentare bei „“Ein Baum wächst in Brooklyn” von Betty Smith | Rezension“

  1. Huhu Sara,
    Wow das klingt ja wirklich gut. Ich wäre so niemals auf das Buch gekommen aber nun merke ich es mir mal 😁 willst mich ja mir arm machen 😅

    Xoxo nessi von Nessis Bücher ❤

    1. Hey Nessi! <3

      Ja, ich hab mich durch den Klappentext so angesprochen gefühlt und war dann trotzdem überrascht, dass ich es so gut fand. Es ist aber wirklich nichts, was man mal zwischendurch liest!
      Vielleicht findest du ja auch irgendwo eine gebrauchte Ausgabe? Wurden ja in den Jahrzehnten ein paar Ausgaben produziert. 😛

      :* Sara <3

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