“Die Farbe von Milch” von Nell Leyshon Rezension - ein Versuch

Hallo Kleckse und ihr anderen Lesebegeisterte! 

Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen. Ich halte mich gar nicht zu sehr bei der Ansprache auf. Möchte doch keine Predigt halten… 

 

 

Dies ist mein Buch und ich schreibe es eigenhändig. Es ist das Jahr des Herrn achtzehnhunderteinunddreißig (…). Und mein Haar hat die Farbe von Milch.

“Die Farbe von Milch” | Nell Leyshon |

Eisele Verlag | 207 Seiten | 9783 96161 0006

 

Fazit:

Eindringlich und poetisch. Dieses Buch hat mich aus der Leseflaute gerettet!

Eines meiner Lieblingsbücher diesen Jahres!

Cover & Zitate: (C) Eisele Verlag

 

 

Schreibstil und Idee

Alle Kapitel fangen ähnlich an. Durch die Wiederholung erinnert es mich nicht nur an das Ave Maria – Gebet; es zeigt auch, was Mary wichtig ist.

Darauf gehe ich später noch einmal ein. 

Es ist eine einfache Sprache, doch sehr passend. Anfangs relativ ungewohnt. 

Ziemlich schnell hatte ich mich dann aber auch eingelesen. Es muss besonders an einem liegen:

Marys Schicksal hat mich sehr schnell in den Bann gezogen.

Atemlos zurück gelassen. 

Dieses Buch ist ihre Geschichte.

 

 

Personen

Die Geschichte eines Mädchens aus ärmlichen Verhältnissen. Aufgewachsen auf einem Bauernhof. Harte Arbeit und Routine bestimmten ihren Alltag.

Vier Mädchen mussten wie Männer arbeiten. Zum Leidwesen des Vaters gab es keinen männlichen Nachwuchs. Eine Schande in dieser Zeit.

Und der Opa war mit zwei gelähmten Beinen auch keine wirkliche Hilfe. Eventuell mit seinem Wesen der Lichtblick eines jeden Tages für Mary. Doch keine wirklich Hilfe. Nicht für den gewalttätigen Vater, nicht für die emotional kühle Mutter.

Ganz im Gegensatz zu Mary, die eines Tages als Hausmädchen in das Pfarrhaus geschickt wird.

Von der ärmlichen Bauers- in eine gut betuchte Pfarrersfamilie.

Bezahlung für den Vater, Kost und Logis für das Mädchen. 

 

 

Dies ist mein Buch und ich schreibe es eigenhändig. Es ist das Jahr des Herrn achtzehnhunderteinunddreißig (…). Und mein Haar hat die Farbe von Milch.

Helle Haare (die Farbe von Milch), die Fähigkeit zu schreiben – viel mehr hatte Mary nicht.

Erst seit kurzem kann sie schreiben und lesen. Sie hat das Buch eigenhändig geschrieben. Wort für Wort. Buchstabe für Buchstabe.

Verständlich, dass sie es um so mehr in den Vordergrund stellen musste.

Ihr Besitz, der ihr ganz allein gehört. Nicht dem Pfarrer, nicht dem Vater – nur ihr alleine.

 

An dieser Stelle muss man doch auch erwähnen, dass sowohl Aufbau des Textes, als auch die Namenswahl (Mary) kein Zufall gewesen sein kann. Doch zurück zur Geschichte.

Mary. Sie hatte kein einfaches Leben. Nicht vor dem Umzug in das Pfarrhaus und auch nicht danach. So viel darf gesagt sein.

Das ehemalige Bauerskind wurde schnell zum Liebling der Pfarrersfrau. Sie selbst schwer krank, fand in dem aufbrausenden lebendigen Ding mit scharfer Zunge eine willkommene Abwechslung. 

Ähnlich sah das auch der Pfarrer. In gewisser Weise haben wir ihm die Geschichte zu verdanken. Er ist sehr wichtig für die Geschichte. Doch das erfahrt ihr dann noch. Die Bibel, seine Bibel, war Marys erstes Lernwerkzeug. Und sein Haus eine Möglichkeit, Mary ein neues Leben zu bieten. Keines, das sich ausgesucht hat. Viel Möglichkeiten gab es aber früher nicht.

Achtzehnhunderteinunddreißig – eine Zeit, in der so vieles anders war. Frauen hatten weniger Rechte, der Glaube und die Arbeit bestimmte den Alltag.

 

Dies ist mein Buch und ich schreibe es eigenhändig. Es ist das Jahr des Herrn achtzehnhunderteinunddreißig (…). Und mein Haar hat die Farbe von Milch.

 

Gefühl

Ein trostloser Alltag, wie man sich vorstellen kann. Düster. Und wie man schon dem Zitat entnehmen kann, geht das Buch auch in diese Richtung. Trotz allem hat es mich sehr gerührt und in den Bann gezogen. 

Ich bin froh, das Buch endlich gelesen zu haben.

 

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